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Der Solarhype in Indien

veröffentlicht um 05.12.2012, 04:39 von Unbekannter Nutzer   [ aktualisiert: 05.12.2012, 05:45 ]
Solar India
Seit dem Beginn der Jawaharlal Nehru National Solar Mission (JNNSM) Anfang Januar sind mittlerweile fast 2 Jahre vergangen. Das Ziel dieses staatlichen Förderprograms ist es, bis zum Jahr 2022 insgesamt 20.000 MW an netzgekoppelten Solarkraftwerken (PV und CSR), 2.000 MW an Offgridleistung und 20 Millionen Solarlampen in Indien zu implementieren.

Wesentliche Intention ist es mit der JNNSM die einheimische Solarindustrie und deren R&D Kapazitäten zu entwickeln. Das in drei Phasen gestaffelte Programm schreibt wachsende lokale Wertschöpfungsanteile vor. In der Batch 1 der Phase 1 musste das kristalline Solarmodul in Indien gefertigt werden und in der Batch 2 der Phase 1 musste die Solarzelle und das Solarmodul lokal gefertigt sein, um eine Förderung unter der JNNSM zu bekommen.

Der Markt reagierte in der ersten Phase auf diese Beschränkung mit einem Ausweichen auf die Dünnschichttechnologie internationaler Hersteller. Ca. 60% der Projekte umgingen damit die lokale Wertschöpfungskette in Indien. Indien als Fertigungsstandort für Photovoltaikmodule konnte sich bislang nicht gegen die übermächtige asiatische Konkurrenz durchsetzen.

Hohe Finanzierungskosten, schlechte Infrastruktur und kleine Produktionen sind nur einige Gründe für die geringe Wettbewerbsfähigkeit indischer Solarmodul- und Zellproduzenten. Große Teile (ca.60%) der kleinen indischen Modulhersteller besitzen weitgehend manuelle Produktionen. Aufgrund der schwierigen Marktlage wurde in 2012 wenig in Automatisierung und Kapazitätserweiterungen investiert. Die wenigsten Modulhersteller in Indien konnten ihre Produktion auslasten.

Im Jahr 2012 standen aufgrund des hohen Wettbewerbsdruck in Indien die meisten Zellproduktionen still. Euromultivision gab ihre 40MW Zellproduktion bspw. ganz auf und auch Moser Baer legte seine Dünnschichtlinie still. Von insgesamt 1042 MW Zellproduktionskapazität war ca. 150 MW in 2012 in Betrieb.

Im Rahmen des kurzen indischen Solarhypes, der Mitte 2009 begann und sich Anfang 2012 langsam in Ernüchterung auflöste, konnten nur wenige deutsche Anlagenbauer Ihre Umsatzziele in der PV-Branche in Indien realisieren. Aufgrund der ernüchterten Marktsituation haben viele Hersteller Ihre Vertriebsaktivitäten in Indien stark reduziert und warten ein neues Erwachen des Marktes gegen Ende 2013 ab. Jetzt ist die richtige Zeit gekommen, um sich für die nächste Wachstumsphase der Photovoltaikindustrie in Indien aufzustellen. AWS unterstützt beim Marktzugang in der indischen Solarindustrie mit Vertriebskapazitäten, Netzwerk und Marktwissen.