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Potential und Herausforderungen für den deutschen Maschinenbau in Indien

veröffentlicht um 29.11.2012, 11:10 von Unbekannter Nutzer   [ aktualisiert: 30.11.2012, 01:09 ]
Maschinenexport Indien
Viele Entwicklungsländer stehen vor dem Übergang zu Industrienationen. Folglich verschiebt sich die globale Nachfrage nach Maschinen und Anlagen zunehmend in die aufstrebenden neuen Märkte.

Auch Indien ist auf dem Weg sich zu einer einflussreichen Volkswirtschaft zu entwickeln. Angetrieben durch die schnell wachsende Binnennachfrage nach Konsumgütern und der fortschreitenden Industrialisierung entsteht ein dynamischer Absatzmarkt für die deutsche Industrie.

Im Jahr 2011 konnte der deutsche Maschinenbau für insgesamt 3,5 Mrd. Euro nach Indien exportieren. Damit ist im Vergleich zu 2010 ein Zuwachs von über 23% zu verzeichnen. Insgesamt rangiert Indien auf Platz 14 der weltweiten deutschen Exportmärkte für Maschinenerzeugnisse.

Die hohen Wachstumszahlen der Exporte nach Indien sprechen für sich. Die indische Industrie ist aktuell dabei sich grundlegend zu modernisieren. Ihre Bedeutung als Absatzmarkt für deutsche Unternehmen steigt rasant. Dieser Trend wird durch die derzeitige Konjunkturkriese in Europa und der daraus resultierenden schwachen Investitionsgüternachfrage in der westlichen Welt begünstigt. Viele deutsche Unternehmen haben dies erkannt und betrachten Indien mittlerweile nicht nur als reinen Absatzmarkt, sondern nutzen lokale Kostenvorteile und Ressourcen für Fertigungs- und Entwicklungsaufgaben.

Der indische Maschinenbau ist mittlerweile sehr breit aufgestellt und es existieren nur wenige Bereiche, in denen kein indischer oder internationaler Maschinenbauer in Indien fertigt. Diese Entwicklung wird bspw. durch die indischen Autohersteller begünstigt, die darauf bedacht sind lokale Zulieferstrukturen zu schaffen. Dadurch, dass die indischen Maschinenbauer primär in Niedrigtechnologiebereiche zu Hause sind, entsteht kein wesentlicher Zielkonflikt mit deutschen Hochtechnologieprodukten. Im Werkzeugbau wird bspw. von einem Entwicklungsabstand von ca. zehn Jahren ausgegangen. Bisher zeigt der indische Maschinenbau nur wenig Innovationskraft. Es werden ca. 2% des Umsatzes in Entwicklung und Forschung investiert. Indische Unternehmen gehen teilweise mit Produktimitationen westlicher Firmen in den Markt und profitieren von der langsamen Rechtsdurchsetzung vor Ort. Häufig wird versucht über Kooperationen mit internationalen Partnern eigenes Know-How aufzubauen.

Weiterhin ist ein zunehmender Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten aus Taiwan, China oder Südkorea zu verzeichnen. Maschinenbauer aus diesen Ländern sind meist günstiger und passen oft mit technisch weniger versierten Produkten besser zu den indischen Marktanforderungen. Die Maschinenbaukonkurrenz aus Asien profitieren durch die hohe Preissensibilität in Indien und der oftmals alleinigen Betrachtung der Initialkosten, anstatt der gesamten Lebenszykluskosten. Vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen spielen oftmals nur auf die Anschaffungskosten eine Rolle.

Deutsche Unternehmen stehen somit vor weiteren Herausforderungen um die Potentiale Indiens abzuschöpfen. Die AW Solution GmbH bietet hierfür spezialisierte und bewährte Lösungen an.